{"id":42,"date":"2018-01-06T23:20:42","date_gmt":"2018-01-06T22:20:42","guid":{"rendered":"https:\/\/bogengemeinschaften.de\/freckenhorster\/?page_id=42"},"modified":"2018-01-08T12:31:08","modified_gmt":"2018-01-08T11:31:08","slug":"historisches","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/bogengemeinschaften.de\/koenigstrasse\/historisches\/","title":{"rendered":"Geschichtlicher \u00dcberblick \u00fcber den Bogen der K\u00f6nigstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>In der jetzt 250-j\u00e4hrigen Geschichte des Festes Mari\u00e4 Himmelfahrt in Warendorf liegen die Urspr\u00fcnge nahezu aller Festb\u00f6gen im geschichtlichen Dunkel. Im ersten Drittel des 19. Jahr\u00adhunderts, um das Jahr 1830 herum, muss auch von der Bogengemeinschaft K\u00f6nigstra\u00dfe \u2013 wie von anderen Bogengemeinschaften wohl auch \u2013 ein neuer Bogen in Auftrag gegeben worden sein. Dieser Bogen, auf alten Photographien und Abbildungen mit der damaligen Ampelanlage an der Kreuzung K\u00f6nigstra\u00dfe\/Krickmarkt im Hintergrund noch zu sehen, war aus Holz, hatte auch wie die anderen B\u00f6gen vier S\u00e4ulen und glich in gewisser Weise dem heute noch aufgebauten Bogen der \u201eOberen Br\u00fcnebrede\u201c. Dieser Bogen \u2013 manchem \u00e4lteren Mitb\u00fcrger vielleicht noch bekannt \u2013 wurde bis zum Zweiten Weltkrieg aufgebaut. Er muss aber nach dem Krieg in einem derart miserablen Zustand gewesen sein, dass der Marktbo\u00adgen-Vorsitzende Josef Dreischulte in einem Schreiben an alle Bogenvorst\u00e4nde vom 16. 9. 1952 feststellt: \u201eWir k\u00f6nnen es aber nicht ansehen, wenn einer unserer B\u00f6gen verf\u00e4llt. Wie wir alle wissen, handelt es sich um den Bogen der K\u00f6nigstra\u00dfe, welcher unbedingt erneuert werden muss.\u201c<\/p>\n<p>Am 8. August 1953 wurde zum ersten Mal der Vorg\u00e4nger des jetzigen K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogens, der bis 1971 existierte, aufgebaut. Sein Entwurf stammte vom Warendorfer Architekten Josef W\u00f6rmann, der sich gegen drei Alternativentw\u00fcrfe durchsetzen konnte. Nach der Bauzeich\u00adnung des Nachbarn J. Wewer wurden die Schreinerarbeiten von der Firma August Kreien\u00adbaum durchgef\u00fchrt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 5000 DM, was der K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogengemeinschaft erhebliche Finanzierungsprobleme bescherte, bestand die damals kleinste Bogengemeinschaft doch lediglich aus ca. 60 Familien.<\/p>\n<p>Die Muttergottes-Figur, die den neuen Bogen kr\u00f6nte, stammte vom Freckenhorster \u201eNach\u00adwuchsbildhauer\u201c Horsch. Ihr Guss erfolgte in der Warendorfer Gie\u00dferei Cordes, kostenlos und von einer Feierstunde am 30. 5. 1953 umrahmt, an der auch B\u00fcrgermeister Heinermann, Dechant Hast und Buchh\u00e4ndler Heine, der Vorsitzende des Heimatvereins, teilnahmen. Hei\u00admatdichter Anton Aulke verfasste aus diesem Anlass eigens ein Gedicht \u201eZur Feier des Ta\u00adges \u2013 Der K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogen erh\u00e4lt heute seine Madonnen-Figur\u201c.<\/p>\n<p>Dieser neue K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogen, der nur zwei S\u00e4ulen besa\u00df und an vier Nachbarh\u00e4usern verankert werden musste, existierte bis 1971. Er hatte eine relativ geringe Breite und Durch\u00adfahrtsh\u00f6he, so dass es bei zunehmendem Stra\u00dfenverkehr \u2013 damals rollte noch der gesamte Schwerlast-Verkehr von Beckum nach Osnabr\u00fcck \u00fcber die Br\u00fcnebrede, K\u00f6nigstra\u00dfe, Markt\u00adstr\u00e4\u00dfchen, Markt, Emsstra\u00dfe und Sassenberger Stra\u00dfe \u2013 zu Schwierigkeiten mit diesem Bo\u00adgen kam. Seine Holzqualit\u00e4t aus der Nachkriegszeit war auch wohl nicht von derartiger G\u00fcte, so dass er \u2013 besch\u00e4digt von einem LKW \u2013 im Jahre 1972 nicht wieder aufgebaut werden konnte. Lediglich die Muttergottesfigur diente zur Ausschm\u00fcckung eines Altars an der Ecke K\u00f6nigstra\u00dfe\/In den Lampen.<\/p>\n<p>Auf Veranlassung der beiden inzwischen verstorbenen Warendorfer Kaufleute Karl-Heinz Darpe und Theo Bagger\u00f6er wurde dann im Jahre 1994 der jetzige, neue K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogen wiedererrichtet. Er ist nach dem W\u00f6rmann-Vorg\u00e4ngermodell von Clemens Eggersmann neu entworfen worden und stellt mit gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he und Breite in der heute verkehrsberuhigten K\u00f6nigstra\u00dfe kein Verkehrshindernis mehr dar. Dieser neue Bogen aus Leimbinder und Massivholz, dessen Bau weit \u00fcber 100.000 DM kostete, wird am Boden komplett zusammengebaut und dann als mehrere Tonnen schweres Gesamtwerk von einem Kranwagen in die Fundamente gehoben. Er wird wieder aus mehr als 6000 kleinsten Bohrl\u00f6chern mit Gas beleuchtet, das sich bei st\u00e4rkerem Wind sogar immer wieder von selbst entz\u00fcndet \u2013 die moderne Technik der Fa. Pumpe&amp;R\u00f6wekamp macht es m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Im Jahre 2013 konnte nach zwanzigfachem Auf- und Abbau der renovierungsbed\u00fcrftige Bogen einen neuen Anstrich erhalten. M\u00f6glich wurde dieser finanzielle Kraftakt durch die nach wie vor enorme Spendenbereitschaft der Warendorfer B\u00fcrger bei den j\u00e4hrlichen Sammlungen. Vor dem Aufbau in 2014 wurde die Madonna und der Strahlenkranz von der Firma Taflan instandgesetzt, neu grundiert und lackiert. Yunus Taflan spendete den Arbeits- und Materialeinsatz.<\/p>\n<p><strong>Finanzierung des Bogen-Neubaus an der K\u00f6nigstra\u00dfe 1952\/53<\/strong><\/p>\n<p>Der 1994 wiederaufgebaute Bogen an der K\u00f6nigstra\u00dfe hat \u00fcber 100 000 DM gekostet. Nahezu unvorstellbar, vor welche finanziellen Schwierigkeiten der Neubau des Vorg\u00e4ngerbogens 1952\/53 die Nachbarn gestellt hat: Circa 5 000 DM sollte dieser Neubau kosten, wie sollte Franz Pelkmann der am 30. 7. 1951 als Nachfolger von Schneidermeister Schlingmann zum Vorsitzenden gew\u00e4hlt worden war, und seine \u201ekleinste Bogengemeinschaft der Stadt mit nicht einmal 60 Familien\u201c diesen finanziellen Kraftakt in diesen Nachkriegsjahren meistern?<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal macht ein Schreiben des Marktbogen-Vorsitzenden Josef Dreischulte an alle Bogenvorst\u00e4nde vom 16. 9. 1952 die Situation deutlich und versucht, gut nachbarschaftlich zu helfen:\u00a0<em>\u201e&#8230; Wir k\u00f6nnen es aber nicht ansehen, wenn einer unserer B\u00f6gen verf\u00e4llt. Wie wir alle wissen, handelt es sich um den Bogen der K\u00f6nigstra\u00dfe, welcher unbedingt erneuert werden muss. Es ist unm\u00f6glich, dass die K\u00f6nigstra\u00dfe allein die Kosten f\u00fcr den Neubau tragen kann. Da ist es nun eine Ehrenpflicht f\u00fcr jeden Vorsitzenden, nach besten Kr\u00e4ften zu helfen. So wollen wir dann zu der n\u00e4chsten Bogenversammlung diese Angelegenheit als Hauptpunkt einer Besprechung auf die Tagesordnung setzen und uns daf\u00fcr einsetzen, dass wir erm\u00e4chtigt werden, einen guten Betrag an den Vorsitzenden der K\u00f6nigstra\u00dfen-Bogengemeinschaft, Herrn Pelkmann, abzuf\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p><em>Ferner m\u00f6chte ich den Vorschlag machen, eine Hutsammlung auf dem Bogenball m\u00f6glichst von den<\/em>\u00a0<em>Vorsitzen\u00adden zugunsten der K\u00f6nigstra\u00dfe durchzuf\u00fchren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Neben den \u00f6rtlichen Institutionen und Gemeinschaften (Stadtrat, Kreistag, Volksbank, Sparkasse, Fleischer- und B\u00e4ckerinnung, Wirteverein usw.) und Privatpersonen werden auch \u00fcberregionale Stellen um Hilfe gebeten.<\/p>\n<p>In einem Schreiben an die Kultusministerin Teusch (vom 25. 11. 1951) hei\u00dft es:\u00a0<em>\u201eWir richten deshalb, verehrte Frau Minister, an Sie die Bitte, uns einen Betrag f\u00fcr die Erhaltung solch edlen und alten Brauchtums zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Antwort aus D\u00fcsseldorf besagt,\u00a0<em>\u201edass f\u00fcr derartige Zwecke keine Mittel zur Verf\u00fcgung stehen. Ich empfehle Ihnen, sich dieserhalb mit der Westf\u00e4lischen Provinzialverwaltung in M\u00fcnster in Verbindung zu setzen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein entsprechendes Schreiben an den Landeskonservator in M\u00fcnster bleibt zun\u00e4chst ohne Antwort. Erst nach nochmaligem Nachfragen erh\u00e4lt die K\u00f6nigstra\u00dfe folgende Antwort:\u00a0<em>\u201eAm Dienstag, dem 13. 1. 1953 gegen 9\u00a0Uhr wird Architekt Fischer zwecks Besichtigung des alten Bogens nach dort kommen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In seinem Reisebericht vom 15. 1. 1953 schreibt dieser dann,\u00a0<em>\u201e&#8230; dass f\u00fcr den Neubau eines Bogens keine Denkmalpflege-Beihilfe bereitgestellt werden kann. Da der alte Bogen nicht im geringsten einen Denkmalwert besitzt, kann auch hier keine Beihilfe gew\u00e4hrt werden. &#8230; Ich w\u00fcrde versuchen, f\u00fcr diesen Zweck beim Bisch\u00f6fli\u00adchen Generalvikariat eine Beihilfe zu erlangen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das tut die r\u00fchrige Bogengemeinschaft umgehend. Sie spricht von einem Neuanschaffungspreis von ca. 4.000 DM und einer Finanzierungsl\u00fccke von ca. 1.000 DM.\u00a0<em>\u201eDa es sich um eine religi\u00f6se Verehrung der Himmels-K\u00f6nigin handelt, glauben wir, Ihnen die Bitte vortragen zu d\u00fcrfen, ob seitens der bisch\u00f6flichen Beh\u00f6rde eine fi\u00adnanzielle Unterst\u00fctzung m\u00f6glich ist.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Doch auch beim Bischof in M\u00fcnster ist keine Hilfe in Aussicht. Er teilt mit,\u00a0<em>\u201e&#8230;dass wir nicht in der Lage sind, Ihnen f\u00fcr die Neuerrichtung eines Triumphbogens f\u00fcr das dort. Maria-Himmelfahrts-Fest eine Beihilfe zu gew\u00e4hren, da nach der bestehenden Haushaltsordnung die Mittel f\u00fcr derartige Zwecke aus den Gemeinden selbst aufgebracht werden m\u00fcssen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>So bleiben nach dem Vorstandsbeschluss vom 10. 2. 1953, den \u201eW\u00f6rmann-Bogen\u201c von der Warendorfer Firma Kreienbaum bauen zu lassen, lediglich die von B\u00fcrgermeister Heinermann zugesagten 500 DM sowie von jeder anderen Bogengemeinschaft je 50 DM an offizieller finanzieller Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Materielle Unterst\u00fctzung ersucht man obendrein bei Stadt und Kreis:\u00a0<em>\u201eDas Stadtbauamt soll gebeten werden, eine Linde f\u00fcr die Herstellung der Marien-Doppelplastik abzugeben.\u201c<\/em>\u00a0Dadurch k\u00f6nne man 150 DM einsparen. In einem Schreiben an den Kreis hei\u00dft es:\u00a0<em>\u201eNach R\u00fccksprache mit dem Kreisstra\u00dfenmeister Kr\u00f6ger sollen an der Everswinkeler \u2013 Neu-Warendorferstra\u00dfe mehrere schlagreife Pappeln stehen, die jetzt eingeschlagen wer\u00adden k\u00f6nnten. Vielleicht w\u00e4re dieses ein Weg, uns zu helfen. Wir k\u00f6nnten dann dieses Holz Wert gegen Wert mit der bauausf\u00fchrenden Bauschreinerei verrechnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Doch selbst hier gibt es eine negative Antwort:\u00a0<em>\u201eDer Ausschuss sieht in Anbetracht der schwierigen Finanzlage des Kreises keine M\u00f6glichkeit, Mittel f\u00fcr einen solchen au\u00dferhalb des Aufgabenbereiches des Kreises liegenden Zweck verf\u00fcgbar zu machen.<\/em>\u00a0<em>Auch die von Ihnen vorgeschlagene \u00dcberlassung von schlagreifen Stra\u00dfenb\u00e4umen musste vom Ausschuss zur Vermeidung von Berufungsf\u00e4llen aus grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen abgelehnt werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>So mussten sich Franz Pelkmann und seine Bogengemeinschaft K\u00f6nigstra\u00dfe doch auf ihre eigenen finanziellen Mittel st\u00fctzen, weiter kr\u00e4ftig sammeln und waren schlie\u00dflich froh, die vom \u201eNachwuchsbildhauer\u201c Horsch ent\u00adworfene Doppelmadonna in der Gie\u00dferei Cordes kostenlos aus Leichtmetall gegossen zu bekommen. So mag als letzte Nachricht die Protokoll-Notiz vom 1. 8. 1953 f\u00fcr alles stehen:\u00a0<em>\u201eDie vorhandenen Geldmittel w\u00fcrden vor\u00adaussichtlich reichen, alle Kosten zu begleichen.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der jetzt 250-j\u00e4hrigen Geschichte des Festes Mari\u00e4 Himmelfahrt in Warendorf liegen die Urspr\u00fcnge nahezu aller Festb\u00f6gen im geschichtlichen Dunkel. Im ersten Drittel des 19. 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